Rechtfertigungslehre

Stichwort: Rechtfertigungslehre

Martin Luthers Lehre von der Rechtfertigung des sündigen Menschen vor Gott wurde vor fast 500 Jahren zum theologischen Ausgangspunkt der Kirchenspaltung in Europa. Die Kernthese der Reformation, dass der Mensch sein Heil allein aus göttlicher Gnade gewinnen kann und nicht auf Grund eigener Verdienste, steht bis heute im Zentrum protestantischer Verkündigung.

Luther hatte die seinerzeit herrschende Auffassung, der Mensch könne durch religiöse Leistungen wie Beten, Fasten und Ablass zahlen sein Verhältnis zu Gott in Ordnung bringen, radikal in Frage gestellt. Er berief sich dabei auf den Apostel Paulus, der im Römerbrief schrieb, der Mensch werde nicht durch eigene "Werke", sondern allein durch "Glauben" gerecht. Eigenes Handeln, Vermögen und Leistung sind demnach für den Wert eines Menschen nicht entscheidend.

Im Konzil von Trient (1545-1563) verwarf die katholische Kirche die aus ihrer Sicht "irrige Lehre von der Rechtfertigung". Gute Werke und Leistungen, etwa Teilnahme an Gottesdienst, Wallfahrt, Beichte oder Abendmahl, trügen durchaus zum Seelenheil bei.

Nach rund 30-jährigem Dialog haben Lutheraner und Katholiken jetzt in einer Gemeinsamen Erklärung einen "Grundkonsens" in der Rechtfertigungslehre festgestellt und zugleich ihre früheren gegenseitigen Lehrverurteilungen aufgehoben.

Weitere Infos's:  http://www.augsburg-evangelisch.de/gemeinsame-erklaerung-zur-rechtfertigungslehre


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