Entwurf der Vatikan-Instruktion "Pfand der Erlösung" löst heftige Diskussionen aus
Keine Mädchen mehr am Altar
Stuttgarter Nachrichten vom 24.9.03
Altarraum ohne Mädchen?
Westfalenpost vom 27.9.03
Pressemitteilung von "Wir sind Kirche"
Pressemitteilung
Hannover/Fulda, 25. September 2003
Wir sind Kirche: Entwurf der Liturgie-Instruktion erstickt den Geist des
Konzils
Bischofskonferenz wird zum energischen Protest in Rom aufgefordert
Als ungeheuerlichen Versuch, den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils
(1962-1965) endgültig zu ersticken, kritisiert die KirchenVolksBewegung Wir
sind Kirche den jetzt bekannt gewordenen Entwurf der Vatikan-Instruktion
"Pfand der Erlösung". Gleichzeitig fordert die katholische
Reformbewegung
die derzeit in Fulda tagende Deutsche Bischofskonferenz auf, sich mit aller
Energie dafür einzusetzen, dass der von der Glaubenskongregation und der
Gottesdienst-Kongregation (Kongregation für den Heiligen Kult) erstellte
Textentwurf vollständig zurückgezogen wird.
Nach Ansicht von Wir sind Kirche ist dieses jüngste Werk der römischen Kurie
Ausdruck großen Misstrauens sowie einer übertriebenen Regelungswut und
Vergesetzlichung des Glaubenslebens. Die im Entwurf vorliegende Liste von 37
Punkten, mit denen "Fehlentwicklungen" und Experimente im Gottesdienst
beschränkt werden sollen, sind dazu angetan, die auf der Theologie des
Zweiten Vatikanischen Konzils aufbauende Liturgiereform in wesentlichen
Teilen rückgängig zu machen.
Der geplante Ausschluss von Messdienerinnen, Pastoralhelferinnen
und -helfern bei der gemeinsamen Feier der Eucharistie verstärkt die
Spaltung zwischen Klerus und Kirchenvolk und widerspricht in gravierender
Weise dem Communio-Gedanken des Gottesdienstes. Die direkte Aufforderung an
alle Katholiken, "Anzeige gegen den liturgischen Missbrauch zu
erstatten",
fördert das Denunziantentum und gefährdet so in höchstem Maße den
Kirchenfrieden.
Die von Kardinal Ratzinger geforderte Wiederbelebung des Opfergedankens in
der Eucharistiefeier ist theologisch seit langem überholt. Denn das, was
insbesondere der Hebräerbrief uns zeigt, ist: Das "Opfer" Christi ist
ein
für alle Mal geschehen, es muss nicht wiederholt werden, es ist
abgeschlossen. Die Eucharistiefeier ist vielmehr eine Dankes- und
Gedächtnisfeier.
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