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Fünf Jahre ist es nun schon her, das in den Herbstagen des Jahres 1995 sich engagierte Christen aus ganz Deutschland aufmachten, auf Straßen, Plätzen, in und vor Kirchen, am Arbeitsplatz und in Geschäften, Unterschriften für eine Erneuerung der Kirche zu sammeln. Recht ungewöhnlich die offene Art der Aktion, sich mit Themen des Glaubens und der Kirche zu beschäftigten und für eine Erneuerung der Kirche im Geiste Jesu zu werben. Skeptisch und teilweise äußerst kritisch verhielt sich die Amtskirche in den Diözesen. So manch kirchlicher Mitarbeiter wurde durch die Stellungnahmen der Amtskirche (z.B. Bischöfe) unter Druck gesetzt, sich nicht an der Aktion zu beteiligen. Doch viele setzten sich darüber hinweg und folgten ihrem Gewissen. Da war beispielsweise die katholische Religionslehrerein, die noch bis zum letzten Tag der Unterschriftensammlung mit sich gerungen hat und schließlich ihr persönliches Bekenntnis in Form einer Unterschrift noch Abends persönlich an der Haustür vorbeibrachte. Insgesamt kam große Zustimmung aus allen Bevölkerungsschichten. Das zeigte sich besonders an den Informationsständen in der Westernstraße, Auf der Lieth und nicht wenigen Laienverbänden der katholischen Kirche. Für
viele die dabei waren eine tolle Sache. Die Gespräche zeigten das das
Interesse an den Themen groß war obwohl viele
Menschen über so manche
offizielle Kirchenmeinung bereits resigniert haben. "Können diese
Unterschriften überhaupt etwas bewirken ?" oder "Eher geht ein Elefant durch ein
Nadelöhr als das sich die Amtskirche
in den diskutierten Themen
bewegt", war manchmal zu hören.
Trotzdem, die Hoffnung auf Veränderung , ein wichtiges Gut jedes
Glaubens, überwog. Die fünf Punkte vom KirchenVolksbegehren sprachen aus was
viele dachten. So wurden über 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt. Aufbau einer geschwisterlichen
Kirche Aus der KirchenVolksBewegung sind viele Gruppen hervorgegangen, die auch heute noch aktiv sind. Im Privatkreisen, in "Wir sind Kirche" Gruppen als auch in katholischen Laienverbänden ist man sogar über Netzwerke verknüpft. Auf Kirchentagen sind kritische Christen verstärkt aktiv und präsent. Die Forderungen der KVB sind heute Bestandteil von offiziellen Diskussionen in den katholischen Laienverbänden.
Einige Monate nach dem KVB am 22. Juni 1996 besuchte Papst Johannes Paul II. Paderborn. Die Hoffnung, die er ausstrahlte, beispielsweise in der ökumenischen Bewegung , ließ damals auch in Paderborn hoffen. Doch die im September 2000 in Rom veröffentlichte Erklärung "Dominus Iesus" verpaßten dieser Hoffnung einen gehörigen Dämpfer. Stellt sie doch eher das Trennende als das Gemeinsame der unterschiedlichen christlichen Konfessionen in den Vordergrund. Das ist Sand im Getriebe und kontraproduktiv hinsichtlich dem Bestreben nach mehr Gemeinsamkeit unter den Christen. Andererseits passt das überhaupt nicht in das Alltagsleben. Dort unter Laien wird Ökumene bereits gelebt. Beispielsweise, wenn wie in den letzten Tagen in der Tagespresse berichtet Frauen unterschiedlicher Konfessionen und Gemeinden (z.B. Maria zur Höhe, Lukas Gemeinde) zusammenkommen. Sicherlich geschieht das nicht zum Zwecke der Abgrenzung und mit der Einstellung, “Meine Konfession ist die einzig wahre”. Trotz "Dominus Iesus" bin ich deshalb zuversichtlich, das der ,Ökumenische Kirchtag 2003 ' in Berlin hier ganz neue Zeichen setzen wird.
Erfreut hat mich auch die Würdigung von Eugen Drewermann zum 60. Geburtstag durch Dr. Backhaus (siehe Berichterstattung vom 1.11.2000).
Der Rückzug der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung widerum enttäuschte und stieß bei vielen Christen auf Unverständnis. Andererseits macht es froh, wenn man sieht wie die Laienverbände und Vereine nun dieses Thema der Beratung besetzen. Praktiziertes Christentum ohne ballastartiges Regelwerk ! Dieser Rückblick zeigt zwar , das die Amtskirche weiterhin wenig Interesse an Veränderung hat. Andererseits sieht man jedoch das die Kirchenführung durch ihre Gemeindemitglieder (Laien und Priester) selbst eines Tages überholt wird. Warum auch nicht - schließlich sind wir alle Kirche. So wünsche ich mir, das das Kreuz, beispielsweise das vom Papstbesuch auf der Kirche St. Hedwig, uns ein Zeichen der Hoffnung bleibt. Da das für Christen aber nicht alles sein kann, wird das Engagement in und außerhalb der Kirchengemeinden und die gelebte Gemeinschaft weitergehen. In diesen Sinne wünsche ich mir täglich von neuem ein KirchenVolksBegehren. Hubert Segin |
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Die Forderungen des KirchenVolksBegehrens sind auch im Jahr 2000 immer noch aktuell.
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Aus der KirchenVolksBewegung sind viele Gruppen hervorgegangen, die auch heute noch aktiv sind. Im Privatkreisen, in "Wir sind Kirch" Gruppen als auch in katholischen Laienverbänden ist man teilweise sogar über Netzwerke verknüpft.
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Auf Kirchentagen sind kritische Christen aktiv und präsent.
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Die Forderungen der KVB sind heute Bestandteil von offiziellen Diskussionen in den katholischen Laienverbänden.
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Hoffnung sollte auch der Papstbesuch in Paderborn bringen |
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