Willi Becker
* 5. Mai 1899 in Paderborn
+ 25. Februar 1963 in Paderborn
Willi Becker wurde als Sohn des Malermeister Friedrich Becker in Paderborn geboren.
Seine Kindheit erlebte er in Lippstadt. 1907 siedelte er mit seiner Familie von Lippstadt
zurück nach Paderborn wo sein Vater ein Malergeschäft betrieb. 1917 wurde er zu
Militär eingezogen. 1918 wurde er im Krieg verletzt und vom Militär entlassen.
Willi Becker besuchte nach einer handwerklichen Ausbildung 1918 die
Kunstgewerbeschule in Bielefeld. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er für die Firma
Stadler in Paderborn an Schiffausstattungen. Außerdem betätigte er sich als
Kunstmaler und Architekt; er führte in den dreißiger Jahren verschiedene Fabrik- und
Flugplatzbauten u.a. in Eisenach und München aus. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte
Willi Becker wieder nach Paderborn zurück. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als
Architekt malte er vor allem Blumenstilleben und heimische Landschaften, dabei war er
immer wieder bestrebt, das Schöne in unserer Natur wiederzugeben. Willi Becker >>
hatte eine eigene Art, in Farbtönen und Kompositionen zu schwelgen, und zwar will er
jeweils damit das künstlerisch Vollendeste in der Dekoration herausholen. Gerade
deswegen sind seine Gemälde oft von frappanter Wirkung (Paderborner Anzeiger, 1928).
Willi Becker war verheiratet und hatte einen Sohn (Mitarbeiter bei Krupp in Essen) und
eine Tochter. Die Tochter Ingeborg Becker heiratete den Paderborner Maler Karl Blessing.
Berufliche Stationen :
- Maler und Architekt bei Werkstätten Bernhard Stadler Paderborn 1926-29
- Geschäftshäuser, Villen, Hotels Kaffees von Außen – bis Innenausbau
- Schiffinnenausbau für HAPAG und die Preußische RRhein Schiffahrtsgesellschaft
- Selbständiger Architekt bei Bau und Industriefirmen 1928
- Bauingenieur bei BMW in Eisenach 1936-37
- Luftschutzbauten
- Bauleiter bei BMW München 1942
- Deutsche Luftwaffe im Osten als Bauleiter 1942 – 1945
- Freier Architekt seit 1945
Ausbildungen:
- Buchbinderhandwerk bei Schöningh Paderborn 1913-1917
- Malerausbildung 1920 in Paderborn
- Gewerbeschule Paderborn
Ankauf von Bildern:
- Interessierte Privatpersonen
- Geschäftsleute
- Organisationen
- Museum Eisenach
- Stadt Paderborn
- Privatpersonen
- Geschäftsleute
- U.a.
Künstergruppe seiner Zeit:
- Freie Gruppe 53
Vereinigung Paderborner Künstler
Peter Gallaus, Willy Becker und andere …
- Beispielsweise das Künstlerfest am 27.2.1954 mit:
Willi Becker, Karl Blessing, Ludwig Botschen, J.T. Brinkschröder, Peter Gallaus,Rudolf Hotes, Willi Lohmann, Josef Lucas, Hannes Pink, Josef Rikus, Heinrich Schelhasse, Heinrich Strohmeier, Clara Vogedes, Waldemar Wilcke, Hans Wippermann.
Ausstellungen mit Werken von Willi Becker:
1933 Ausstellung der Ortsgruppe Paderborn des Reichskartells Bildender Künstler Deutschlands, Paderborn
1927 Dezember Einzelausstellung Ausstellungsraum der Möbelwerkstätten Bernhard Stadler
1935 19.-28.10 Sonderausstellung zu einer Wirtschaftsschau Paderborn
1935 Ausstellungsgemeinschaft Paderborner Künstler Paderborn
1949 3.-12.7. Ausstellung ostwestfälischer Künstler Paderborn, Laurentiusheim
1951 Weihnachtsausstellung Paderborn, Aula der Domschule
1952 Weihnachtsausstellung Paderborn, Theodorianum
1954 Weihnachtsausstellung Paderborn, Humpert-Saal Kolpinghauses
1955 1. - 22.12. Weihnachtsausstellung- Kunst unserer Zeit Paderborn, Theodorianum
1956 1.-23.12 Weihnachtsaustellung Paderborn, Stadthaus am Abdinghof
1958 28.11.-7.12 Malerei und Grafik Plastik, Ausstellung Paderborner Künstler Paderborn, Stadthaus am Abdinghof
Nachruf aus 1963 – Verfasser unbekannt
Willy Becker ist tot
Sein Leben war der Kunst gewidmet. Immer und überall befand er sich auf der Suche
nach Schönheit, die er besonders rein in der Blüte der Blumen, in der Landschaft und im
Erlebnis der Heimat zu finden glaubte.
Darum malte er unermüdlich Blumen, Landschaften, Motive seiner Heimat.
Willy Becker pflegte seine eigene Malart, die er ohne Rücksicht auf die jeweils
herrschenden Auffassungen ausweitete und verfeinerte. Seine besten und zugleich
typischen Aquarelle waren in der Vereinfachung der Zeichnung und in der
ausdrucksvollen Leuchtkraft ihrer Farben eine Verherrlichung des Dargestellten.
Willy Becker wurde am 5.5.1899 in Paderborn geboren. Er starb unerwartet am
25.2.1963 in seiner Heimatstadt.
Schon während seiner Tätigkeit für Stadler beteiligte er sich an den großen
Paderborner Kunstausstellungen im Rathaus. Nur wenige wussten, das er sich nach 1936
als Architekt mit großen Bauvorhaben befasste. So oblag ihm die Bauleitung für die
Flugmotorenfabriken in Eisenach und in München und so baute er mehrere Flugplätze.
Obwohl ihm die Tätigkeiten wenig Zeit ließen, verzichtete er nicht auf das Malen. Seine
Bilder hängen in vielen Städten, u.a. in der damaligen Elschnergalerie in Eisenach.
Nachdem Willy Becker in Königsberg Neumark Haus und Grundstück durch
Kriegseinwirkungen verloren hatte, trieb ihn die große Liebe zu seiner Heimat, die ihn
niemals zur Ruhe hatte kommen lassen, an den Ort seiner Jugend zurück.
Er betätigte sich in den letzten Jahren als Architekt, Innenarchitekt und beteiligte
sich an vielen Ausstellungen. Solange seine Krankheit es erlaubte, setzte er sich
unermüdlich für seine malenden Kollegen ein.
- Paderborner Künstlerlexikon; Verein für Kunstgeschichte an der Universität-GH Paderborn Steinmann Schwieters Assmann ISBN 3-89498-008-7
- Privatarchiv Blessing/Becker